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Neuigkeiten zu immersiven Medien, am 25. Juli 2017

Heute geht's um lagerhaus-großes VR-Tracking, Hologramme, virtuelle Rundgänge für die Architektur und einiges mehr.

Lighthouse 2.0

Das SteamVR Tracking, besser bekannt als Lighthouse und derzeit auf dem Markt nur in der HTC Vive verbaut, erhält mit seinem nächsten großen Update auf 2.0 fantastische Neuerungen. Diese werden dann mit der nächsten Generation der Lighthouse-Headsets auf den Markt kommen.

Allen voran die Freiheit viele… sehr viele Basistationen im Raum zu verteilen und somit eine enorm große Fläche zur virtuellen Spielwiese zu verwandeln. Derzeit liegt das Limit bei 2 Lighthouse-Boxen, doch mit den neuen Sensoren und Basistationen können womöglich beliebig viele für den gleichen Tracking-Raum genutzt werden. Ob es überhaupt noch ein Limit nach oben gibt ist nicht ganz klar, da oft nur die Rede von “mehr als 2 Basisstationen” ist. Aber auf der Webseite von TRIAD Semiconductor, dem derzeitigen Hersteller der kleinen Sensoren, geben sie einige Beispiele von der möglichen Größe der Räume – und die klingen vielversprechend: vom Raum, über’s Haus bin zu zu ganzen Lagerhallen soll alles möglich sein.

Wie das technisch möglich ist? Kurz gesagt: in 1.0 müssen sich die zwei Basisstationen über ein Kabel oder LED-Reihe syncronisieren – die neuen Sensoren haben jedoch die Möglichkeit neben dem simplen Signal auch komplexere Daten zu empfangen. Dadurch entfällt das Syncronisieren und die Stationen können sich direkt über das Infrarot-Signal identifizieren und weitere notwendige Informationen mitsenden.

In diesem Artikel habe ich noch etwas mehr zur aktuellen Lighthouse-Technologie geschrieben. Und in diesem englischen Artikel findest du auch noch einige spannede Details. Außerdem ist dieser Vortrag von Alan Yates sehr umfangreich und spannend – und falls du mehr zum SteamVR Tracking und den Details dazu hören möchtest: gib mir Bescheid und ich plane einen detaillierteren Artikel zum Thema ein!

In diesem Zusammenhang ist auch dieser Artikel von iFixit spannend: das Team hat die Vive, Controller und Basisstationen komplett auseinander genommen und sich das Innenleben angesehen.

4DViews

Als ich das erste Mal Videos von der 4DViews-Technologie sah, konnte ich meinen Augen nicht ganz trauen – denn das Ergebnis ihrer volumetrischen Aufnahmen ist beeindruckend. Auf dieser Seite kannst du dir selbst einige Beispiele ansehen.

Mithilfe mehrere Kameras in einer Greenscreen-Box können reale Situationen aus allen Winkeln aufgenommen werden und durch ihre Technik dann in volumetrische “Filme” umgewandelt. Dabei wird im Grunde – abseits von speziellen Verfahren zur Optimierung – für jeden Frame/jedes Bild ein 3D-Model generiert. Hängt man alle 3D-Modelle aneinander, ergibt das eine sehr real wirkende Szene, die aus allen Blickwinkeln erlebt werden kann. Wenn du selbst eine VR-Brille hast (auch wenn es “nur” ein Cardboard ist), empfehle ich dir unbedingt dir die Beispiele einmal anzusehen!

Die Auflösung ist noch nicht optimal und manche Verwinkelungen oder Materialien können von den Kameras nicht erkannt werden – doch zeigt die Technologie ein großes Potential was VR-Inhalte angeht. Gerade in Bereichen, in denen eine hohe Detailtreue weniger wichtig ist, als die menschliche Verbindung und die Dynamik, die durch diese Technik möglich wird. So kann ich mir den Einsatz für VR-Apps im Bereich der Bildung, für’s Prototyping und natürlich der Kommunikation (langfristig auch live) sehr gut vorstellen.

SketchUp + IrisVR

IrisVR positioniert sich stark im Architektur-Bereich, ist aber grundsätzlich ein hilfreiches Werkzeug für virtuelle Besichtigungen. Gerade die Integration mit anderen Programmen ist sehr wertvoll – so zum Beispiel das direkte Einlesen von SketchUp Dateien. SketchUp ist eine einfache und effektive App um 3D-Skizzen im Industrie- und Architektur-Bereich zu erstellen.

Falls du also mit SketchUp schon arbeitest oder deine 3D-Modelle virtuell begehen möchtest, ist IrisVR definitiv einen Blick wert. Auch da sie vor kurzem ihr Multi-User-Feature veröffentlicht haben, mit dem sich mehrere Personen gleichzeitig im gleichen virtuellen Raum aufhalten und auch unterhalten können.

Empfehlung: Glitch

Für das Ausprobieren von HTML, CSS und JavaScript Funktionen, Bibliotheken und Schnipseln verwende ich häufig CodePen. Vor kurzem habe ich von Glitch erfahren und möchte es dir sehr an’s Herz legen. Dort kannst du nicht nur auf sehr einfache Art und Weise WebVR Mini-Projekte ausprobieren und mit anderen teilen, sondern auch die Werke anderer User testen und direkt den Code lesen.

Hier findest du eine wachsende Liste an A-Frame Projekten, die andere kostenfrei zur Verfügung stellen. Der starke Fokus auf Kollaboration und einen einfachen Einstieg machen Glitch so viel interessanter gegenüber anderen Angeboten in dem Bereich.

VR-Workflow: Blocks + Tiltbrush

Letzte Woche hatte ich dir ja von Blocks, der VR-Applikation um simple 3D-Modelle zu erstellen, erzählt. Es hat sich nun eine spannende Kombination mit Blocks und Tiltbrush aufgetan: so haben einige Künster*innen (Jazza & Anna zum Beispiel) ihre Kreationen aus Blocks nach Tiltbrush exportiert und darin dann mit den eher organischen und freihändigen 3D-Pinseln ihre Werke verfeinert.

Wir sehen unter anderem damit, den Anfang eines produktiven VR-Workflows, der sich immer weiter entwickeln und verbessern wird. Der Traum eines Tages die traditionellen Programme im Kreativbereich, ganz mit VR-Applikationen abzulösen, ist nicht mehr fern. :)


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