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Neuigkeiten zu immersiven Medien, am 18. Juli 2017

In dieser Woche geht es um Blöcke, Portale, tolle WebVR Neuigkeiten und warum wir uns im Park vor Bäumen schützen müssen. :)

Lowpoly-Kunst in VR erstellen

Mit Blocks hat Google vor kurzem eine kostenlose VR-App veröffentlicht, mit der es durch die geringe Anzahl von Werkzeugen sehr einfach möglich ist Lowpoly-Modelle, also einfach aufgelöste 3D-Modelle, zu kreieren.

Das ist zum einen toll für jene, die noch nie 3D-Modelle erstellt haben oder mit den traditionellen Applikationen (wie z.B. Maya, Cinema 4D oder Blender) nicht zurecht kommen — und zum anderen führen die bewussten Limitierungen von Blocks zu einfachen 3D-Objekten, die toll in VR-Projekten eingesetzt werden können. Durch ihre geringe Auflösung haben sie keinen großen Einfluss auf die Performance. Toll ist Blocks auch zum Erstellen von Prototypen, gerade in Kombination mit dem WebVR Framework A-Frame.

Vlad, besser bekannt als VR HUMAN, hat schon einige seiner ersten Blocks-Werke gezeigt und vor kurzem sogar einen Livestream zu Blocks gemacht! Vielleicht – hoffentlich – demnächst noch mehr. :)

Definitiv ein Blick wert ist die Blocks-Gallerie, in der täglich neue Werke — teilweise enorm beeindruckend — aus der virtuellen Welt landen.


Links in A-Frame: Virtuelle Portale

Das neueste Update v0.6.0 von A-Frame bringt neben einigen hilfreichen und hübschen (Schatten!) Neuerungen ein ganz großes und wichtiges Feature mit sich: Links! In typischer A-Frame Manier ist es super einfach zwei WebVR-HTML-Seiten miteinander zu verknüpfen und Nutzer*innen mithilfe eines Portals von einer zur anderen Seite zu springen – hier geht's zur Dokumentation.



Das sieht nicht nur schick aus, sondern ist ein zentrales Element des Webs und nun auch ein Teil von WebVR. Erst die Verbindung zwischen den Seiten – das Netzwerk als Ganzes – macht das Internet wie wir es kennen und lieben aus.

Multiplayer/-user für A-Frame

Mit dem Plugin “networked-aframe” entwickelt Hayden Lee derzeit eine Erweiterug für A-Frame, die es uns Entwickler*innen extrem vereinfacht Social-VR-Erfahrungen und -Applikationen für das Web zu entwickeln. Die Verbindung läuft dabei über WebRTC und/oder WebSocket — dabei ist sogar die Stimm-Übertragung schon integriert!

Für das Projekt gibt es schon einige Beispiele und Erklärungen, die den Einstieg erleichtern und Hayden selbst ist auch sehr hilfsbereit und ist bei Fragen – vor allem über Twitter – stehts zur Stelle.

GUI in VR: toll für Prototypen

Die Library dat.GUI ist schon lange sehr beliebt in der JavaScript Community um auf sehr einfache und schnelle Weise ein GUI in das Projekt zu bringen. Nun ist das Projekt auch für WebVR einsatzbereit – das hilft vor allem bei Prototypen, um Schieberegler und Schalter mit Variablen zu verknüpfen und so direkt in VR die Änderung der Werte zu erleben.

Eine ausführliche Erklärung findet sich auf dieser Seite – und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis es dieses Projekt oder ein Ableger davon als A-Frame Komponente wiederfindet.


Apple & WebVR

Im Zusammenhang mit WebVR ist auch der Einstieg von einigen Mitarbeitern von Apple in die “WebVR Community Group” vom W3C spannend. Denn mit ihrem starken Einstieg in VR und AR auf der WWDC vor kurzem und der Zusammenarbeit mit Unity, Epic und HTC macht Apple nun sehr deutlich, dass sie vor dem neuen Medium ganz und gar nicht zurückschrecken. Im Gegenteil: sie wollen die größe ihrer iOS Plattform und die breite Nutzung von Apple Geräten in der kreativen Branche nutzen um den VR- und AR-Markt zu stärken.

Mit der Partizipation von Apple in WebVR sind nun alle großen Browser-Teams — neben vielen anderen, insgesamt 147 Personen — mit an Bord: Firefox, Chrome, Internet Explorer und Safari.

Inside-Out-Tracking mit dem ARKit

Auf der eben angesprochenen WWDC hat Apple das ARKit angekündigt und kurz darauf veröffentlicht, mit dem sich auf der iOS Plattform sehr einfach Augmented Reality Projekte und Spiele entwickeln lassen. Die Genauigkeit und Stabilität des Tracking, auch nur mit einer 2D Kamera eines regulären iPhones, ist dabei sehr beeindruckend.

Virtual Reality im Park: Achtung, Bäume! — Video auf YouTube

Das Team von Nexus Studios hat nun die Technologie für Virtual Reality genutzt und damit Inside-Out-Tracking möglich wird. Inside-Out bedeutet, dass das Erkennen der genauen Position der VR-Brille im 3D-Raum vom Gerät aus gemessen wird, unabhängig von externen Sensoren – wie es z.B. bei der Rift oder Vive noch notwendig ist. Das Projekt ist in diesem Video sehr schön zu sehen!

Das Team hat noch zusätzliche Features implementiert, so z.B. das automatische Erkennen von Hindernissen — beispielsweise ein Baum — und Darstellen eines Umrisses in der virtuellen Welt. Damit wollen sie sicher gehen, dass sich Personen in der VR-Brille sicher fühlen.

Ich bin sehr gespannt, welche weiteren Einsatzmöglichkeiten das ARKit findet und welche spannenden Apps und Spiele Ende des Jahres dann mit iOS 11 erscheinen werden!


Fragen?

Das war es schon mit dem ersten weekly+jump! Der nächste folgt schon in einer Woche und hält dich in Sachen VR- und AR-Entwicklung auf dem Laufenden.

Wenn du Fragen zu einem der angesprochenen Themen hast, zur VR/AR Entwicklung allgemein oder einfach mal plaudern möchtest: melde dich gerne bei mir!